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Vieta, François

1540-1603

Vieta, eigentlich François Viète, stammte aus der Vendée und starb 63-jährig 1603 in Paris. Er war Jurist und Advokat. In den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und Spanien gelang es ihm, den spanischen Geheimcode zu entschlüsseln - ein großer Vorteil für die französische Seite.

Er war ein sehr freigebiger Mensch, in seinem gastfreundlichen Haus wurden selbst wissenschaftliche Gegner großzügig aufgenommen. Den Druck seiner Bücher bezahlte er selbst und verschenkte sie danach an Freunde, aber auch an wissenschaftliche Konkurrenten.

Als seine Leistung in der Mathematik gilt die Einführung der symbolischen Rechnung in die Algebra. Bis dahin waren algebraische Aufgaben in Worthüllen eingekleidet, was sie ja nicht leichter macht - wie wir es heute noch bei Textaufgaben erfahren können.

Vieta führte das Rechnen mit (großen lateinischen) Buchstaben ein, das auf den gleichen Prinzipien beruht wie das Rechnen mit Zahlen. Er benutzte als Erster konsequent (mit wenigen Ausnahmen) Symbole für mathematische Operationen und reduzierte ganze mathematische Komplexe auf Formeln. Unsere heutige Schreibweise ist in großen Teilen auf Vieta zurückzuführen. (Von Thomas Harriot, der sich viel mit der Lösung von Gleichungen beschäftigte, stammt der Gebrauch der kleinen lateinischen Buchstaben, seit Descartes verwendet man die ersten Buchstaben im Alphabet für die bekannten, die letzten Buchstaben für die unbekannten Größen.)

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