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Laplace, Pierre Simon


1749-1827

Pierre Simon Laplace wurde am 28.3.1749 in Beaumont-en-Auge in der Normandie geboren und starb am 5.3.1827 in Paris. Angeblich war er der Sohn armer normannischer Bauern, doch vielleicht hat er diese Herkunft während der Zeit der Französischen Revolution erfunden. Denn in politischer Hinsicht führte Laplace ein sehr bewegtes und aufregendes Leben.

Schon als Jugendlicher soll er in der Militärakademie von Beaumont als Lehrer tätig gewesen sein. Ausgestattet mit Empfehlungsschreiben bewarb er sich bei der Pariser Militärakademie. Durch seine Kenntnis der Mechanik überzeugte er den Leiter Jean-Baptist d´Alembert, der ihn zum Professor der Mathematik ernannte. Während der Französischen Revolution von 1789 hielt Laplace sich vorsichtig zurück, doch gelang es ihm in der Nachfolgezeit durch geschicktes und ehrgeiziges politisches Taktieren, tief in die Politik einzusteigen. Unter den ständig wechselnden Regierungen machte er Karriere und war sogar unter Napoleon Bonaparte für kurze Zeit Innenminister von Frankreich. 1803 wurde er Präsident des Senats. Nach Napoleons Sturz unterstützte Laplace wiederum den neuen Herrscher, Ludwig XVIII., der ihn 1817 adelte.

Laplace kann als praktischer Mathematiker oder eher noch Physiker bezeichnet werden, denn alle seine Untersuchungen dienten dem Ziel, physikalische Vorgänge oder Naturerscheinungen mithilfe der Mathematik zu erklären. So entdeckte er z. B. neue mathematische Gesetzmäßigkeiten bei der komplizierten Berechnung von Planetenbahnen. Die Forschungsergebnisse fasste er in seinem Lebenswerk zusammen, der "Traité de la mecanique céleste" (Abhandlung über die Himmelsmechanik). An diesen fünf Bänden arbeitete er 26 Jahre, von 1799 bis 1825. Er versuchte hierin die Entstehung und Stabilität des gesamten Sonnensystems durch exakte Berechnungen zu erklären. Dabei interessierten ihn mehr die Ergebnisse als die Wege dorthin. Manchen mathematischen Beweis komplizierter Sachverhalte ersparte er sich durch die für den Leser frustrierende Formel: "Wie leicht zu sehen ist."

Nicht immer ging er korrekt mit den Forschungsergebnissen seiner Kollegen oder Konkurrenten um. Er gab ihre Erkenntnisse als sein geistiges Eigentum aus oder er verhinderte die Veröffentlichung anderer Arbeiten vor den seinen. In seinem zweiten Hauptwerk, der "Théorie analytique des probabilités" fasste Laplace das damals bekannte Wissen über die Wahrscheinlichkeitsrechnung zusammen und entwickelte es weiter. Dabei definierte er die noch heute nach ihm benannte Wahrscheinlichkeit gleich möglicher Fälle. In der Anwendung dieser mathematischen Fachrichtung ging er aber so weit, dass er alle Vorgänge für vorherbestimmbar hielt, wenn man nur eine genügend große Anzahl der Randbedingungen kannte. So gab es für ihn keinen Zufall, sondern nur das menschliche Unvermögen, aufwendige und vielschichtige Voraussetzungen nicht berechnen zu können.

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