Kopernikus, Nikolaus1473-1543
Nikolaus Kopernikus wurde 1473 geboren. Aus einer vornehmen Familie stammend, betrieb er in den Jahren ab 1491 mathematische, astronomische und humanistische Studien in Krakau, ab 1496 studierte er an der Rechtsschule in Bologna, in Padua und Ferrara, wo er 1503 im Kirchenrecht promovierte. Nach einem anschließenden Studium der Medizin trat er 1506 in die Kirchenverwaltung ein. 1512 übersiedelte er nach Frauenburg/Ostpreußen, wo er 1543 starb.
Neben hohen Ämtern in der bischöflichen Verwaltung - seit 1523 als Generaladministrator - betrieb er intensive wissenschaftliche Forschung in der Astronomie. Diese Forschungen führten dazu, dass er die Eigenbewegungen der Erde entdeckte und damit - mit Galilei - ein neues Weltbild begründete. Danach ist die Erde nicht der Mittelpunkt der Welt, sondern lediglich einer von vielen Planeten ("Wandelsterne"), die um die Sonne kreisen. Kopernikus entwickelte damit eine Erkenntnis weiter, die schon Aristarch von Samos, ein Zeitgenosse Archimedes, hatte. Leider verstieß dieses Weltbild gegen das von der katholischen Kirche propagierte, nach dem der Mensch die Krone der Schöpfung und die Erde damit der Mittelpunkt des Universums war. Aus diesem Grunde veröffentlichte Kopernikus seine revolutionären Ideen, die aus den Jahren um 1510 stammen, erst kurz vor seinem Tode im Jahre 1543 in seinem Werk "De revolutionibus orbium coelestium libri VI", zu Deutsch: "Sechs Bücher über die Bewegung der Himmelskörper". Dieses Werk wurde von der Kirche nach seinem Tode verboten, da es nicht nur das Weltbild, sondern gleichzeitig die Fundamente der Kirche selbst, der wichtigsten Institution des Mittelalters, infrage stellte.
Im Weltbild des Kopernikus waren die Bahnen der Himmelskörper konzentrische Kreise um die Sonne als Mittelpunkt des Planetensystems. Sichtbarer Vorteil dieser Theorie war, dass die Positionen der Planeten wesentlich leichter zu berechnen waren als im ptolemäischen System. Die Annahme, dass alles um die Erde kreist, war mit astronomischen Beobachtungen nämlich im ptolemäischen System nur umständlich in Einklang zu bringen. Eine der notwendigen Zusatzannahmen war, dass die Planetenbahnen Kreise sind, deren Mittelpunkte sich auf einem größeren Kreis um die Erde bewegen. Solche Kreise nennt man Epizyklen.
Die Mathematik der Astronomen gewann durch Kopernikus sehr viel von der Klarheit und Einfachheit zurück, die sie in den Jahrhunderten seit Aristoteles verloren hatte.
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