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Euler, Leonhard


1707-1783

Die Zahl Pi, die bei der Kreisberechnung gebraucht wird, lernt jeder Schüler kennen. Ihren Namen verdankt sie dem Mathematiker Leonhard Euler, der auch noch anderen Zahlen ihren Namen gab, nämlich e und i. Euler wurde 1707 in Basel geboren und schon früh von seinem Vater, einem mathematisch interessierten Landpfarrer, in Mathematik unterrichtet. Zudem waren berühmte Mathematiker mit den Eltern befreundet. Nach Abschluss der Lateinschule - vergleichbar unserem heutigen Gymnasium - widmete sich Euler ganz der Mathematik und Physik. Schon als Zwanzigjähriger bewarb er sich um eine Professur in Physik, wurde aber wegen seiner Jugend abgelehnt.

Durch Vermittlung zweier Freunde, der Brüder Bernoulli, die an der Sankt Petersburger Akademie tätig waren, erhielt er dort eine Stelle. Er wurde 1731 Professor für Physik, 1733 Mathematikprofessor.

In dieser Zeit beschäftigte sich Euler neben der Mathematik mit Astronomie, Mechanik, Optik, Kartographie, Artilleriewesen und Schiffsbau. Er beteiligte sich an der geographischen Erforschung der damals noch unbekannten Weiten Russlands, indem er die entsprechenden Landkarten erstellte. Die Verallgemeinerung dieser geographischen Aufgaben führte ihn zu komplexen mathematischen Funktionen.

Auch in der Physik zeigte er, dass sich mithilfe der Regeln der Analysis physikalische Probleme lösen lassen. Eulers Werk war bahnbrechend, da er die Erkenntnisse Newtons in der Physik mit den mathematischen Erkenntnissen von Leibniz in der Differenzial- und Integralrechnung verknüpfte.

Euler siedelte 1741 nach Berlin um. Der preußische König Friedrich II. wollte Berlin zu einem Zentrum für Wissenschaft und Kultur machen. Euler wurde Direktor der Sternwarte und Direktor der mathematischen Klasse der Akademie.

Er verfasste und sammelte nicht nur Beiträge zur Mathematik, er stellte sie vor allen Dingen unter bestimmten Gesichtspunkten zusammen. Die Art der Zusammenstellung war die heute noch in mathematischen Lehrbüchern übliche Art. Durch seine Lehrbücher gelang der Differenzialrechnung der Durchbruch. Das Symbol f(x) für den Term einer Funktion wurde von ihm erfunden.

Wie nicht anders zu erwarten, hatte Euler auch an der Philosophie großes Interesse. Auf der Suche nach einem allgemeinen Prinzip, aus welchem sich die Gesetze des Universums ableiten lassen, setzte er sich kritisch mit Descartes und Leibniz auseinander.

1766 kehrte er mit seiner Frau und seinen 13 Kindern nach Sankt Petersburg zurück. Obwohl er 1771 total erblindete, setzte er mithilfe seines Sohnes seine außergewöhnlich produktive Tätigkeit fort. Er diktierte einem Mitarbeiter, der mathematisch nicht vorgebildet war, seine "Vollständige Anleitung zur Algebra". Erst wenn dieser Mann alles verstanden hatte, war für Euler der Beweis erbracht, ein verständliches Lehrbuch geschrieben zu haben. Die Algebra definierte er übrigens als die Wissenschaft, aus bekannten Größen unbekannte zu berechnen (Gleichungslehre).

Zum Schluss das berühmte Eulersche Brückenproblem: Gibt es einen Weg über die sieben Brücken des Flusses Pregel in Königsberg, wenn jede Brücke genau einmal benutzt werden darf? Die Antwort: Es gibt keinen solchen Weg. Der Grund: In alle Gebiete A, B, C und D führt eine ungerade Anzahl von Brücken.




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