Eratosthenes284 v. Chr.-200 v. Chr.
Eratosthenes wurde um 284 v. Chr. in Kyrene im heutigen Libyen geboren. Er studierte und lehrte auf den Gebieten der Literatur, der Philologie, der Astronomie, der Geographie und der Mathematik, also in Wissenschaften, die damals noch nicht so scharf voneinander getrennt waren wie heute. Eratosthenes galt als Universalgelehrter, da er in all diesen Bereichen mit großem Erfolg tätig war. Nachdem er sich in Athen einen Namen als Wissenschaftler gemacht hatte, wurde Ptolemaios III. Euergetes, der Herrscher von Ägypten, auf ihn aufmerksam. Er holte ihn zu sich nach Alexandria, an die bedeutendste Universität der damaligen Zeit. Gleichzeitig wurde Eratosthenes Leiter der dortigen Bibliothek. Er war als Lehrer und Prinzenerzieher tätig. Geehrt und geachtet starb er über 80-jährig in Alexandria.
Obwohl Eratosthenes auf so vielen wissenschaftlichen Gebieten als ausgesprochener Fachmann galt, gelang es ihm zu Lebzeiten nicht, so großen Ruhm zu erlangen wie z. B. sein Zeitgenosse Archimedes, mit dem er im Briefwechsel stand. Vor allem beschäftigte er sich mit Arbeiten der mathematischen Geographie. So bestimmte er bereits relativ genau den Umfang der Erdkugel, denn die Vorstellung von der Erde als Scheibe wurde auch damals schon von den führenden Wissenschaftlern abgelehnt und durch Beweise widerlegt. Außerdem stellte er eine Karte der damals bekannten Erde her, wobei er die Oberfläche in Quadrate einteilte und so ein erstes Gradnetz schuf. Eratosthenes' Schriften sind leider größtenteils verloren gegangen, und so weiß man nur, dass er sich mit dem Problem der Verdoppelung des Würfelvolumens ausführlich beschäftigte. Sein Name lebt heute in einem Verfahren weiter, mit dem aus der Menge der natürlichen Zahlen die Primzahlen nach und nach herausgefiltert werden, dem Sieb des Eratosthenes.
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